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„Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein.“
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Wir grüßen Sie herzlich
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Ein besonderes Ereignis für das Team des Ambulanten Lazarus Hospizdienstes
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Am 08.07.2025 wurde das Team des ambulanten Hospizdienstes in der Lazarus Kapelle gesegnet. Pfarrer Bartosch und Paul Pomrehn haben liebevoll dieses Ereignis vorbereitet und geplant. Neben Pfarrer Bartosch haben auch Frau Adam und Herr Pomrehn unser Team zu unserer Freude gesegnet. Die Segnung des Teams begann Pfarrer Bartosch mit folgenden Worten: „Liebe Frau Biank, liebe Frau Fey, liebe Frau Pieth, liebe Frau Schmidt-Pabst, Segen für jede von Ihnen persönlich, Segen für ihre Teamarbeit, Segen für das starke substantielle Arbeitsfeld, das Sie beackern.
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Darum werden wir heute bitten, und wir werden bitten, trotzdem wir vorab schon wissen: Sie sind bereits gesegnet. Sie sind bereits ein Segen, füreinander und für so viele Menschen.“
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v.l.n.r. 1. Reihe: Andrea Biank, Nicole Pieth, Elizabeth Schmidt-Pabst, Britta Fey
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2. Reihe: Anette Adam, Hans Bartosch, Paul Pomrehn
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Diese und noch weitere Worte haben uns als Team sehr berührt und wir haben uns auch geehrt gefühlt. Nach der Segnung durch Pfarrer Bartosch haben wir ein Lied gemeinsam gesungen. Danach haben Frau Adam und Herr Pomrehn jede von uns einzeln gesegnet. Jede Mitarbeiterin hat ihren Segensspruch auf einer schönen Karte geschrieben erhalten.
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Es war ein sehr emotionales Ereignis und eine Würdigung für uns als Team. Die Segnung hat uns als Team noch näher zusammengebracht und die Bindung zum Lazarus Haus vertieft.
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Wir als Team bedanken uns für dieses besondere Ereignis, welches wir nicht vergessen werden, bei Pfarrer Bartosch, Frau Adam und Herrn Pomrehn von Herzen.
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Andrea Biank Koordinatorin Ambulanter Lazarus Hospizdienst
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“Der Käfig, den du dich fürchtest zu betreten, hortet den Schatz den du suchst” Joseph Campbell
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Menschen sind Tiere, die Geschichten erzählen. Wir benutzen Symbole, kreieren Bilder und reihen sie aneinander, um eine zusammenhängende Geschichte zu vermitteln und teilen damit Anderen unsere Gefühle mit. Durch Geschichten erzählen und Geschichten lauschen bauen wir Beziehungen auf, lernen wir uns selbst zu verstehen und lassen Andere Einblicke in unsere Seele gewähren (vgl. Sunwolf 2003, S.1ff.). In spirituellen Traditionen, wie im Sufismus, dienen das Erzählen und Lauschen von Geschichten der Selbsterkenntnis. Geschichten berühren nicht nur unseren Verstand. Wir werden von den Bildern tief bewegt und oftmals werden unbewusste Inhalte in unserer Seele mit einem Aufblitzen von Erkenntnis plötzlich für uns sichtbar (vgl. ebd. S. 3). Die moderne Gesellschaft bietet wenig Räume, in denen wir Zugang zu unseren wahren Gefühlen finden und in denen sie Platz haben, zum Ausdruck zu kommen. Zunehmend wird das Denken über etwas zum Ersatz für Erfahrung, für reales Erleben. Für viele ist der Verlust von einem lieben Menschen das erste Mal in ihrem Leben, bei dem sie mit so großem emotionalen Schmerz direkt und unmittelbar konfrontiert werden. Wie kann Menschen in einer Gesellschaft, in der Gefühle zunehmend in den Schatten verdrängt werden, geholfen werden, diese in der Trauer zu erleben? Bereits in den Schriften von Platon wird von „Mythoi“ gesprochen – Geschichten, die alte Frauen ihren Kindern erzählten. Wir brauchen Geschichten, um zu erlernen, wie Menschen, die so unbeholfen, verängstigt oder unzulänglich sind wie Sie und ich, große Herausforderungen des Lebens bewältigen. Sie lehren uns als Erfahrungsmuster, dass uns völlig überraschende und herausfordernde Ereignisse widerfahren können, für die erstaunlich kreative Lösungen gefunden werden. Diese Erfahrungsmuster sind die universellen Themen, wie das Überwinden von Hindernissen und Herausforderungen, die uns ermutigen, in schweren Zeiten weiter zu gehen. Auch die Trauer ist, wie die Geburt und wie der Tod, ein normaler Aspekt im Leben jedes einzelnen Menschen. Trauer an sich ist als solches kein Schicksalsschlag, sondern ein Erfahrungsmuster, welches alle Menschen beim Verlust teilen. In seinem Buch über das Märchen “Der Königssohn” schreibt Helmut Remmler: Echte Trauer ist immer verbunden mit dem Annehmen des Verlustes {…} Solche Trauer ist mit einem sehr schmerzlichen, harten und klaren Gefühl verbunden, und nach einiger Zeit spüren wir dann, wie die zunächst erstarrte und anscheinend ausweglose Situation sich aufzulösen beginnt, wie unser Gesicht wieder weicher und unser Herz wieder wärmer wird und wir einen ganz neuen Zugang zu unserer Gefühlswelt erlangen, vielleicht sogar so stark, als sei eine ganz neue Dimension in unser Leben hineingekommen. (Remmler 1986, S. 65).
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Joseph Campbell erfasste die Elemente dieses universellen Erfahrungsmusters in der von ihm benannten „Heldenreise“. (siehe hierzu sein Buch: The Hero with a Thousand Faces / Der Heros in tausend Gestalten, aus dem Jahr 1949). Er fasste die Elemente aller Mythen zusammen und beschreibt eine Art Meta-Mythos. Die Heldenreise beschreibt den Prozess der Transformation und dabei die Etappen, die jeder Mensch durchlaufen muss, um Held seines eigenen Lebens zu werden, um sein wahres Selbst zu erkennen und Erfüllung zu finden. Jedes Märchen von klassischen Volksmärchen wie Rotkäppchen bis zum Space-Opera-Epos Star Wars stellt diese Transformation anhand von diesen Etappen dar. Die Anwendung der Heldenreise auf die Trauerarbeit bietet einen strukturierten Ansatz, um mit Verlust umzugehen und daraus gestärkt hervorzugehen. Sie ermöglicht es, die eigene Geschichte als Teil eines größeren, universellen Erzählmusters zu sehen und so Trost und Sinn in der Trauer zu finden. Die Heldenreise besteht aus drei Hauptteilen: Aufbruch, Initiation und Rückkehr. Jeder Hauptteil beinhaltet mehrere Zwischenstufen. Alles beginnt mit dem „Ruf zum Abenteuer“, der für trauernde Menschen der Moment ist, in dem ihre Welt zusammenbricht, weil sie jemanden verloren haben, den sie lieben. Das Leben, wie wir es kannten, kann nicht weitergehen wie zuvor. Gleichzeitig wollen wir aber nicht loslassen. Wir wünschen uns, dass alles wieder so wird, wie vor dem Verlust. Es drückt sich oft dadurch aus, dass wir die Habseligkeiten des Verstorbenen nicht weggeben wollen oder die Bettwäsche, die noch nach ihm riecht, nicht waschen. Wir haben Angst vor dieser gravierenden Veränderung in unserem Leben und wollen diesen Verlust nicht wahrhaben. Zum Glück gibt es immer Menschen, die uns begegnen, die uns helfen, Mut zu fassen, um den ersten Schritt zu gehen. Sie sind den Weg bereits gegangen und schenken uns ihre Weisheit, die uns ermutigt, in ein neues Leben aufzubrechen und in völlig Unbekanntes einzutreten. Wir machen uns auf den Weg und überschreiten die Grenze zwischen dem, was war und dem, was sein wird. Als Trauernde müssen wir bereit und gewillt sein, tiefer in uns selbst abzutauchen als jemals zuvor, um etwas zu entdecken, von dem wir keine Ahnung hatten, was es ist, von dem wir aber hoffen, dass es uns den Weg zu einem Leben eröffnet, dass besser wird als das zerbrochene Leben, welches wir hinter uns gelassen haben. Auf gewisser Weise stirbt der Mensch in sich selbst, um dann später wiedergeboren zu werden. Märchenbilder für diese Phase können im Bauch eines Tieres oder einer dunklen Höhle sein, oder das Hinabtauchen in die Unterwelt, um für lange Zeit dortbleiben zu müssen. In der Trauer sind wir vielleicht erstmalig mit der Wahrheit unserer Vergänglichkeit und die Vergänglichkeit von allem, was uns lieb und teuer ist, konfrontiert. Wenn wir die intensive Zeit der einsamen Einkehr überstanden haben, ist der “Aufbruch” abgeschlossen, denn jetzt sind wir wirklich auf der Reise. Es zeichnet sich oft dadurch ab, dass wir langsam aber sicher bereit sind, praktische Dinge zu tun, wie z. B. die Kleidung des Verstorbenen wegzugeben. Der Mut zum Aufbruch führt uns dann Schritt für Schritt zu der Phase der Initiation. Das ist die spannendste Phase, denn jetzt müssen die steilsten Berge bestiegen, tiefe Täler durchwandert und Kämpfe mit dem Drachen bestanden werden. Hier begegnen Trauernde dem Drachen im inneren. Gefühle von Wut, Leere, Traurigkeit, Mutlosigkeit, Angst, Verlorenheit, Rage, Schuld und Verzweiflung können aus den Tiefen emporsteigen und wollen wahrgenommen werden. Die Zeit der Prüfungen kann schier endlos erscheinen. Doch es ist keine Zeit des dauernden Scheiterns, sondern eine immer wiederkehrende Auseinandersetzung mit allem, was wir normalerweise gar nicht erleben möchten. Die Momente des Erfolgs sind in dieser Zeit durchaus auch vorhanden, wenn wir mutig voranschreiten. In der Zeit der Initiation fühlen wir uns oft einsam, verkaufen das Auto des Verstorbenen, dann brechen wir im Supermarkt in Tränen aus, weil wir das Lieblingsmüsli unseres Liebsten sehen. Das alles zu überstehen, kann ungeahnte Stärke und Kräfte in uns erzeugen. Allmählich beginnen die Worte und Weisheit der Helfer, die vor uns diesen Weg gegangen sind, Sinn zu ergeben und somit kann für weitere Schritte Mut gefasst werden. Nach und nach fühlen wir uns doch mit allem verbunden und wir merken, etwas Gutes ist in uns gewachsen. Die letzte Hauptstation ist die Rückkehr. Wie beim Aufbruch wird auch der Ruf zur Rückkehr oft zunächst ignoriert oder mit Widerstand begegnet. Oft wollen wir im inneren Rückzugsraum der Trauer bleiben. Aber um wirklich zum Helden zu werden, müssen wir ins alltägliche Leben zurückkehren und unsere Erfahrungen teilen. Die lebendige Realität ruft uns. Es ist Zeit, uns wieder den Lebenden zu widmen. Ob wir wollen oder nicht, unter den Lebenden findet unser Leben statt. Wenn wir diesen Ruf annehmen, kehren wir als neuer Mensch in unser altes Leben zurück. Somit werden wir gewissermaßen zum Meister zweier Welten. Diese Meisterschaft führt zur Freiheit. Freiheit vor der Angst vor Tod, Verlust und Trauer. Es ist die Freiheit, wirklich zu leben. Die Heldenreise lehrt uns, dass Trauer eine wichtige Lebensaufgabe ist, die bewältigt und erfüllt werden muss. Auf gewisser Weise könnte man sogar sagen, dass Schmerz, Verlust und Trauer zu unseren Freunden geworden sind und wir erkennen, dass unser Leben gerade durch die Trauer reicher geworden ist. Wir sind auf der anderen Seite der Trauerreise angekommen und bringen Seelenweisheit mit, die wir mit anderen teilen können. Die Trauerforscherin Dr. Ruthmarijke Smeding schreibt passend dazu: “Das Loch, in das ich fiel, wurde zur Quelle, aus der ich lebe.”
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Quellenverweis: Campbell, J. (2008): The Hero with a Thousand Faces. Bollinger Series XVII, third edition, Joseph Campbell Foundation (jcf.org) California: New World Library Remmler, H. (1986): Der Königssohn, der sich vor nichts fürchtet- Mit vierzig fängt das Leben an Zürich Kreuz Verlag 4. Auflage 1986 Smeding, R. (2005): Trauer erschließen – eine Tafel der Gezeiten, Wuppertal: hospiz S. 140-144. Sunwolf (2003): Grief Tales: The Therapeutic Power of Folktales to Heal Bereavement and Loss in Diving in the Moon Journal, Issue 4, Summer 2003, S. 1-10
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Elizabeth Schmidt-Pabst Leiterin Ambulanter Lazarus Hospizdienst
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EINLADUNG
zum LAZARUS HOSPIZ – FORUM
Montag, den 11. August 2025 um 18 Uhr vor dem Festsaal
THEMA: Lazarus Berlin - wie alles begann - von der Entstehung des Lazarus Standorts
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GAST:
Paul Pomrehn
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Leiterin Verwaltungsmitarbeiter im Stationären Lazarus Hospiz, Gemeindekirchenrat der evangelischen Kirchengemeinde Schwante-Vehlefanz, historisch Interessierter
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Erfahren Sie auf einem kleinen Rundgang etwas über die Entstehungsgeschichte des Lazarus Hauses und lernen Sie den Gründer, Wilhelm Boegehold, und seine Unterstützer, Louis Schwarzkopf und die ersten Diakonissen kennen. Der Rundgang beginnt am Festsaal und führt über den Friedhof Sophien II in die Lazarus Kapelle, dem Herzstück des Lazarus Hauses.
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Lazarus Hospiz - Forumabend im September
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Der nächste Forumabend findet am 8. September statt. Unser ehemaliger Seelsorger Matthias Albrecht und sein Bruder, ebenfalls Seelsorger, sprechen über das Thema „Spiritual Care“.
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Mit herzlichen Grüßen aus dem Lazarus Hospiz
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Anette Adam
Leitung Stationäres Lazarus Hospiz
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Elizabeth Schmidt-Pabst
Leitung Ambulanter Lazarus Hospizdienst
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Redaktion: Andrea Biank, Paul Pomrehn
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