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Ausgabe 37 / June 2022

Manchmal denke ich, der Himmel besteht aus ununterbrochenem,

niemals ermüdendem Lesen.“

(Virginia Woolf)

Wir grüßen Sie herzlich

mit den Worten der britischen Schriftstellerin Virginia Woolf. Für sie scheint „ununterbrochenes, niemals ermüdendes Lesen“ ein Zustand vollkommenden Glücks zu sein, dass was viele als Himmel bezeichnen. In dieser Ausgabe des Newsletters erfahren Sie von einem Himmelssofa, das auch zum gemütlichen Lesen einlädt.
Außerdem erhalten Sie einen kurzen Rückblick auf die Gedenkfeier für die Verstorbenen vom 20. Mai. Und natürlich eine herzliche Einladung zum Forumabend am 13. Juni sowie die Ankündigung für den Forumabend im Juli.
Logo Lazarus Hospiz Berlin

Mein Himmelssofa

Seit 5. April 2022 lebe ich im Lazarus Hospiz in Berlin Mitte. Im Januar 2022 erhielt ich die Diagnose Lungenkrebs, auf dem CT ein 11 cm großer Tumor auf der linken Lungenspitze. Für mich war nach einigen Tagen klar, mich nicht in die Fänge privatisierter Klinikkonzerne zu begeben.

Der Lungenkrebs greift rasant um sich. 20 Kilo Gewichtsverlust, Schwäche. Nach einem Aufenthalt in der Palliativstation von “Waldfriede“ nimmt mich das Lazarus Hospiz auf. Was für ein Glück!! Das 2021 komplett sanierte Haus ist meine letzte Wohnung. Weil laut Gesetz die Hospizkosten zu 95 % von den Krankenkassen getragen werden, 5% das Hospiz über Spenden finanzieren muss, kann ich meine Mietwohnung weiter als “Hotel Elli“ für Besucher unterhalten. Deshalb nehme ich bis auf einen Rauchtisch meines Großvaters und eine Leselampe kein Mobiliar mit, sondern kaufe ein ökozertifiziertes Sofa, mein Himmelssofa, das ich nach Internetrecherche als Ausstellungsstück sofort abholen lassen kann. 6 Wochen Lieferfristen sind zu riskant angesichts meiner Lebenserwartung.

Mein “Lazarus“-Zimmer im ehemaligen Krankenhaus von 1866 hat eine Raumteilersäule, 3 Fenster öffnen den Blick auf hohe Bäume von gegenüberliegenden alten Friedhöfen. In die „Leseecke“ passen Sofa, Tisch und Leselampe, in den “Krank-Teil“ das Pflegemobiliar.
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Elisabeth Alt auf ihrem Himmelssofa © Anette Adam
Der behutsam sanierte Altbau schirmt wohltuend ab, die leisen Hospiz-Alltagsgeräusche verbreiten Geborgenheit, stören nicht und nie. Das Pflegeteam ist sehr professionell und einfühlsam zusammengestellt, ich bin optimal umsorgt. Die rotierenden Teams begrüßen uns Gäste zu jedem Schichtwechsel. Ihr Potential entfalten sie im Einsatz, sie steigern die Wirksamkeit der Schmerzmedikamente durch ihre Persönlichkeit und ihr Zusammenspiel miteinander.

Umgeben und umsorgt von diesen Menschen, trete ich zum mir vorbestimmten Zeitpunkt - sicher schmerzfrei - in das Reich des Todes.

Elisabeth Alt
Gast im Stationären Lazarus Hospiz

Rückblick: Gedenkfeier für die Verstorbenen

Am 20. Mai haben das Stationäre Lazarus Hospiz und der Ambulante Lazarus Hospizdienst gemeinsam mit dem Pflegeheim Lazarus Haus Berlin ihrer Verstorbenen des vergangenen halben Jahres gedacht. Es war die erste Gedenkfeier seit Beginn der Corona Pandemie, die wieder in der Lazarus Kapelle auf dem Gelände an der Bernauer Straße stattfinden konnte. Nach einer kurzen Ansprache von Seelsorger Matthias Albrecht wurden mit Unterbrechungen die Namen der 113 Verstorbenen gelesen. Zwischen den Lesungen hatten Angehörige und Mitarbeitende Gelegenheit, eine Kerze für die Genannten zu entzünden.
Kerzen des Gedenkens
Kerzen der Erinnerung. © Claudia Trautloft
Musikalisch begleitet wurde die Gedenkfeier von Agita Rando an der Orgel und gesanglich von Juliane Manzke und Juliane Ostrop. Weiterhin wirkte ein Madrigalchor mit, der von Laurie Randolph, die im Stationären Lazarus Hospiz verstorben war, ins Leben gerufen worden war.
Potrait
Paul Pomrehn
Verwaltungsmitarbeiter im Stationären Lazarus Hospiz
© Christiane Potkowa

EINLADUNG

zum LAZARUS HOSPIZ – FORUMABEND

Montag, den 13. Juni 2022 um18.00 Uhr im Festsaal

THEMA: "Symbolsprache Sterbender"
GAST: Heike Olms,
Trainer Palliative Care, Psychoonkologin, Supervision, system. Familienberatung

„Symbolsprache“ meint eine metaphernreiche Sprache Sterbender, die sich ihres Sterbens bewusstwerden und dies ihrem Umfeld in Bildern mitzuteilen versuchen. Die gewohnte Sprache vermag das innere Erleben oftmals nicht mehr adäquat auszudrücken. Menschen an ihrem Lebensende nutzen in ihrer Kommunikation nicht selten verschlüsselte Ausdrücke, ungewohnte Symbole und archetypische Bilder.
Es bedarf einer dem Sterbenden hingewandten, aufmerksamen Haltung und auch der Bereitschaft, sich Zeit zu nehmen, um diese Symbolsprache interpretieren und entschlüsseln zu können. Vor allem ist sie eine Einladung, sich auf das Erleben eines sterbenden Menschen einzulassen.

Teilnahme nur mit Anmeldung, FFP2-Maske und negativen Covid-19 Schnelltest möglich! (Keine Testmöglichkeit vor Ort)

Anmeldung bei Herrn Pomrehn

Tel.:030 46 705-272, p.pomrehn@lobetal.de

Lazarus Hospiz Forum Juli

Notieren Sie sich schon jetzt den 11. Juli 2022 als Termin für den nächste Forumabend des Lazarus Hospizes. Die Diplompsychologin Sibylle Schuchardt spricht über
Trauern - ein ungeliebtes Gefühl.
Gerne dürfen Sie diesen Newsletter auch an andere Interessierte weiterleiten oder Freundinnen und Freunde ermutigen, sich für den Lazarus Hospiz Newsletter anzumelden, damit die Idee der Hospizarbeit noch weiter in die Welt getragen werden kann.
Wenn Sie keine weiteren Informationen von uns möchten, benutzen Sie bitte den Link weiter unten für die Abmeldung.

Mit herzlichen Grüßen aus dem Lazarus Hospiz

Anette Adam

Leitung Stationäres Lazarus Hospiz

Elizabeth Schmidt-Pabst

Leitung Ambulanter Lazarus Hospizdienst

Bernauer Str. 117
13355 Berlin
Tel: 030 / 46 705 276
Fax: 030 / 46 705 277
E-Mail: lazarushospiz-ambulant@lobetal.de
Web: https://www.lazarushospiz.de

Redaktion: Paul Pomrehn, Anette Adam, Elizabeth Schmidt-Pabst.
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