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Ausgabe 28 / September 2021

Wir müssen immer lernen, zuletzt auch noch sterben lernen.

(Marie von Ebner-Eschenbach)

Wir grüßen Sie herzlich [subscriber:firstname | default:] [subscriber:lastname | default:]

In ihrem Zitat spricht Marie von Ebner-Eschenbach wohl von jedem einzelnen Individuum. Jeder von uns muss einmal lernen zu sterben. Aber auch wir als Gesellschaft müssen lernen, wie wir mit dem Sterben unserer Mitmenschen umgehen wollen. Die aktuelle Diskussion zum assistierten Suizid hält da viel Lernstoff für uns bereit.
Der aktuelle Newsletter berichtet zu diesem Thema vom vergangenen Hospiz Forum im August, bei dem das Ehepaar Schneider über Sterbehilfe, Tod und Ewigkeit in der Zionskirche diskutierte. Unsere ehrenamtliche Patientenfürsprecherin Frau Trautloft stellt ein Buch mit 33 Fragen zur Sterbehilfe vor. Und auch beim Hospiz Forum im September, zu dem wir Sie herzlich einladen, wird Prof. Dr. Büttner-von Stülpnagel das Thema Sterbehilfe aus einer ethischen Sichtweise einschätzen. Weitere Informationen hierzu finden Sie im Anschluss.
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EINLADUNG

zum LAZARUS HOSPIZ – FORUM

Montag, den 13. September 2021 um18.00 Uhr in der Golgathakirche

THEMA: Der assistierte Suizid –
eine Frage des Rechts und der Ethik!
GAST: apl. Prof. Dr. Stefan Büttner-von Stülpnagel,
(Universität Potsdam/denkInform)
Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts im Jahr 2020 hat (erneut) zu erheblichen Kontroversen über die rechtliche und ethische Bewertung des Suizids geführt.
Im ersten Teil des Vortrags wird die verfassungsrechtliche Bewertung dargestellt und aufgezeigt, dass die jedem zuzubilligende Möglichkeit des Suizids nicht durch staatliche Vorschriften unmöglich gemacht werden darf. Bei der verfassungsrechtlichen Entscheidung 2020 handelt es sich also weder um eine ‚Befürwortung‘ des Suizids noch um einen ethischen Dammbruch, sondern um eine verfassungsrechtliche Klarstellung.
Jenseits des Rechts stellt sich aber die Frage, ob der Suizid ethisch erlaubt bzw. verboten ist und was die jeweiligen Antworten, seien sie religiös oder philosophisch orientiert, für Medizin und Pflege bedeuten.

Anmeldung bei Herrn Pomrehn

Tel.:030 46 705-272, p.pomrehn@lobetal.de

Ein Gespräch über Leben und Sterben: Ehepaar Schneider diskutiert über Sterbehilfe, Tod und Ewigkeit

Anne Schneider, ehemalige Religionslehrerin, und Nikolaus Schneider, ehemaliger Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, diskutierten beim jüngsten Lazarus Hospiz-Forum kontrovers über Sterbehilfe.
Ehepaar Schneider in der Zionskirche
Anne Schneider, ehemalige Religionslehrerin, und Nikolaus Schneider, ehemaliger Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, waren beim jüngsten Lazarus Hospiz-Forum in der Berliner Zionskirche zu Gast. Sie wurden als Ehepaar bekannt, weil sie in der politischen Debatte um das Verbot organisierter Sterbehilfe öffentlich eine Kontroverse austrugen. Über dieses Thema ist das Buch „Ein Gespräch über Leben und Tod“ entstanden.
Darf ein Mensch, wenn er sterbenskrank ist, seinem Leben selber ein Ende setzen? Das Bundesverfassungsgericht hat im vergangenen Jahr das Verbot der gewerbsmäßigen Sterbehilfe für verfassungswidrig erklärt. Konkretere gesetzliche Regelungen fehlen noch. Sollen Ärzte dafür zur Verfügung stehen? Und auch in Hospizen? Was haben diese Fragen mit unserem persönlichen Glauben und unserem Kirchenverständnis zu tun?
Um diese Themen kreiste die Lesung und das familiäre Gespräch. Theologisch fundiert diskutierten sie über eine menschendienliche Sterbehilfe, die vor Gott und Mitmenschen verantwortet werden kann. Dabei spiegelten ihre Positionen persönliche Erfahrungen aus dem pfarramtlichen und religionspädagogischen Dienst, ebenso aus dem Erleben von Krankheit und Sterben ihrer Tochter Meike und aus ihrer Auseinandersetzung mit eigener Krankheit.
Anne Schneider plädierte dabei für die rechtlich gesicherte Möglichkeit eines ärztlich assistierten Suizids. Nikolaus Schneider widerspricht an dieser Stelle. Er hat die Sorge, dass durch diese gesetzliche Regelung eine Ausnahmesituation zur Normalität werden könne. Vielmehr sei es notwendig, die Begleitung eines sterbenden Menschen durch palliative Versorgung und Ausbau der hospizlichen Infrastruktur zu verbessern.
Atmosphäre in der Zionskirche
Dennoch: Beide sind der Meinung, dass der Mensch am Ende in dieser Entscheidung autonom bleiben solle und selbst entscheiden müsse, ob er in der Extremsituation einer unheilbaren und verzehrenden Krankheit Sterbehilfe in Anspruch nehmen möchte. „Der Knackpunkt ist, welches System wir entwickeln, um in dieser Situation zu helfen“, so Schneider abschließend.
von
Wolfgang Kern,
Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der Hoffnungstaler Stiftung Lobetal

Buchempfehlung: 33 Fragen – 33 Antworten STERBEHILFE
von Matthias Gockel

Selbstbestimmt Leben und auch selbstbestimmt Sterben....
Diese Debatte hat wieder an Fahrt aufgenommen, nachdem das Bundesverfassungsgericht im Februar 2020 entschieden hat, dass jeder Mensch das Recht auf einen selbstbestimmten Tod hat und sich auch beim Sterben von anderen Menschen helfen lassen darf (ohne das diese - wie bisher - ggf. eine Strafe zu befürchten hätten).

Bei den Einen löste das Urteil Zustimmung und Erleichterung aus, bei den Anderen Ablehnung und Empörung. Das Thema Sterbehilfe ist komplex, sowohl aus rechtlicher wie auch aus ethischer, religiöser und ganz persönlicher Sicht. Licht in die Dunkelheit bringt hier das neue Buch des renommierten Palliativmediziners Matthias Gockel. Anhand von 33 Fragen und Antworten zu der komplexen Materie behandelt er kurz, aber kompetent die wichtigsten Themen:
- aktive und passive Sterbehilfe
- Palliativmedizin und Hospiz
- Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht
- welche Fragen sollen Patienten nach einer schweren Diagnose stellen
- kann es ein gutes Sterben geben

Der Autor gibt Antwort aus seiner langjährigen praktischen Erfahrung als Palliativmediziner und empathischer ärztlicher Zuhörer. Damit leistet er Hilfestellung für Entscheidungen bei Aufklärung über wichtige Fragen im Zusammenhang mit Selbstbestimmung und Verantwortung für sich und andere.









Verlag: PIPER Erschienen: 2020
Seitenzahl: 128
ISBN 978-3-492-31720-7
Preis: 10.-€

Cover 33 Fragen/ 33 Antworten zur Sterbehilfe
Claudia & Flora













Claudia Trautloft
Ehrenamtliche Patientenfürsprecherin im Stationären Lazarus Hospiz
© Nina Wiedemeyer

Lazarus Hospiz Forum Oktober

Notieren Sie sich schon jetzt den 11. Oktober 2021 als Termin für das nächste Hospiz Forum. Heike Olms, Trainerin Palliative Care, Mediatorin, Supervisorin und systemische Beraterin spricht über den „Umgang mit Ekel und starken Gefühlen in der Sterbebegleitung“.
Gerne dürfen Sie diesen Newsletter auch an andere Interessierte weiterleiten oder Freundinnen und Freunde ermutigen, sich für den Lazarus Hospiz Newsletter anzumelden, damit die Idee der Hospizarbeit noch weiter in die Welt getragen werden kann.
Wenn Sie keine weiteren Informationen von uns möchten, benutzen Sie bitte den Link weiter unten für die Abmeldung.

Mit herzlichen Grüßen aus dem Lazarus Hospiz

Anette Adam

Leitung Stationäres Lazarus Hospiz

Elizabeth Schmidt-Pabst

Leitung Ambulanter Lazarus Hospizdienst

Bernauer Str. 117
13355 Berlin
Tel: 030 / 46 705 276
Fax: 030 / 46 705 277
E-Mail: lazarushospiz-ambulant@lobetal.de
Web: https://www.lazarushospiz.de

Redaktion: Paul Pomrehn, Anette Adam, Elizabeth Schmidt-Pabst.
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