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Ausgabe 27 / August 2021

Die große Gabe des Menschen ist die Fähigkeit zur Empathie.

(Meryl Streep)

Wir grüßen Sie herzlich [subscriber:firstname | default:] [subscriber:lastname | default:]

Zuerst möchten wir uns dafür entschuldigen, dass viele von Ihnen vergebens auf unseren letzten Newsletter gewartet haben! Leider gab es ein Problem bei einer internen Umstellung des Newsletters. Möchten Sie unseren Juli Newsletter nachlesen, finden Sie ihn hier auf unserer Website.
In unserer Augustausgabe erfahren Sie von zwei jungen Menschen, wie sie mit den Themen Sterben und Tod umgehen. Vadim absolviert die Ausbildung zum Pflegefachmann und ist zurzeit Praktikant im Stationären Lazarus Hospiz. Rike Eichhorst nimmt am Kurs „Ehrenamtliche Sterbebegleitung“ teil, um schwerkranke Menschen bis zu ihrem Lebensende zu begleiten.
Darüber hinaus freuen wir uns sehr, Sie am 9. August wieder zu einem Forum Abend einladen zu dürfen! Gäste sind das Ehepaar Schneider, sie Religionslehrerin, er Theologe und von 2010 – 2014 Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche Deutschland. Weitere Informationen finden Sie im Anschluss.
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EINLADUNG

zum LAZARUS HOSPIZ – FORUM

Montag, den 09. August 2021 um18.00 Uhr in der Zionskirche

THEMA: Vom Leben und Sterben:
Ein Ehepaar diskutiert über Sterbehilfe,
Tod und Ewigkeit – Lesung und Gespräch
GÄSTE: Anne Schneider, Religionslehrerin und Nikolaus Schneider,
Pfarrer, von 2010 bis 2014 Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Essen
Darf ein Mensch, wenn er sterbenskrank ist, seinem Leben selber ein Ende setzen? Das Bundesverfassungsgericht hat im vergangenen Jahr das Verbot der gewerbsmäßigen Sterbehilfe für verfassungswidrig erklärt. Konkretere gesetzliche Regelungen fehlen noch. Sollen Ärzte dafür zur Verfügung stehen? Und auch in Hospizen? Was haben diese Fragen mit unserem persönlichen Glauben und unserem Kirchenverständnis zu tun?

Wolfgang Thielmann hat 2019 das Ehepaar Anne und Nikolaus Schneider dazu interviewt. 2019 wurde es als Buch veröffentlicht. Theologisch fundiert diskutieren sie darin über eine menschendienliche Sterbehilfe, die vor Gott und Mitmenschen verantwortet werden kann. Ihre Positionen spiegeln persönliche Erfahrungen – etwa aus dem pfarramtlichen und religionspädagogischen Dienst, ebenso aus dem Erleben von Krankheit und Sterben ihrer Tochter Meike und aus ihrer Auseinandersetzung mit eigener Krankheit. Es wird deutlich, dass auch unterschiedliche Positionierungen Gemeinschaft fördern und bereichern können.

Anmeldung bei Herrn Pomrehn

Tel.:030 46 705-272, p.pomrehn@lobetal.de

Erfahrungen mit dem Tod

Ich bin Vadim, 21 Jahre alt. Ich komme aus Baku, Aserbaidschan und wohne seit 2 Jahren in Deutschland. Ich mache hier eine Ausbildung zum Pflegefachmann im Lazarus Haus Berlin. Gerade absolviere ich ein Praktikum im stationären Lazarus Hospiz. Das ist eine sehr schöne und wertvolle Erfahrung für mich. Es herrscht hier eine besondere Atmosphäre. Hier werden die letzten Wünsche und Bedürfnisse der Menschen am Lebensende erfüllt. Es geht darum, dass man einfach nur für die Menschen da ist. Ich finde den Gedanken, jemanden beim Sterben zu begleiten und für diese Person da zu sein, sehr erfüllend. Am Anfang meines Praktikums habe ich mir Sorgen gemacht, weil ich davor noch nie mit dem Tod konfrontiert worden war. Mittlerweile habe ich mehrere prägende Erfahrungen gesammelt, die mir beim Arbeiten helfen, auch die Erlebnisse, die einem sehr nah gehen, zu bewältigen. Heute hatte ich meine erste Erfahrung mit dem Tod eines Gastes. Wenn jemand verstirbt, ist es wichtig, mit dem richtigen Team zusammen zu arbeiten. Ganz besonderes trifft es einen sehr, wenn man eine emotionale Bindung zu dem Gast aufgebaut hat. Es ist aufwühlend. Aber wir als Team bauen uns gegenseitig wieder auf und geben uns die notwendige Kraft, die wir zum Arbeiten brauchen. Deshalb möchte ich mich bei meinen Praxisanleitern und dem ganzen Team herzlich bedanken, dass sie für mich da sind und mich sowohl bei schwierigen Situationen als auch beim Lernen unterstützen und begleiten. Ich bin froh darüber, dass ich diese Erfahrung machen darf.
Vadim H.
Vadim H.,
Auszubildender Pflegefachmann im Lazarus Haus Berlin,
© privat

Menschen brauchen Menschen


Wir alle brauchen Gesellschaft und Gemeinschaft. Dies war für mich im Verlauf der Corona Pandemie wohl die wichtigste Erkenntnis. Das Leben wurde zum Stillstand gebracht und der notwendige Abstand brachte Isolation mit sich. So fühlte ich mich im Jahr 2020 nicht selten abgeschottet, verunsichert und mutlos. Doch immer wenn diese Momente der Trostlosigkeit aufkamen, konnte ich mich an Menschen aus meinem Familien- und Freundeskreis wenden, die mich aufheiterten. Warme Worte, die von Herzen kommen, haben mich aufgebaut und mir wieder das Gefühl und Wissen (zurück-)gegeben, dass wir alle miteinander verbunden sind. Ich halte es für ungemein wichtig, dieses Wissen immer wieder in Erinnerung zu rufen und sich gleichzeitig bewusst zu machen: Menschen brauchen Menschen.
Aus dieser Erkenntnis heraus ist mein persönlicher Wunsch entstanden, anderen Menschen dabei zu helfen, Verbundenheit und Gemeinschaft zu erfahren. Insbesondere in schwierigen Zeiten und Lebenslagen, die oft von tiefer Traurigkeit und Einsamkeit begleitet werden, kann nach meiner Erfahrung die Präsenz und Anteilnahme eines Menschen diese Schmerzen erheblich lindern. Das Gefühl der Nicht-Verbundenheit kann dann durch ein vertrauensvolles Verhältnis und Umgang miteinander überwunden werden.
Die Begleitung eines sterbenden Menschen wird für mich zweifelsfrei mit persönlichen Herausforderungen einhergehen. Dennoch habe ich das Ehrenamt und zunächst den Vorbereitungskurs mit viel Zuversicht begonnen. Diese Zuversicht habe ich auch in der Gruppe bei den anderen Kursteilnehmenden spüren können. Und es beruhigt mich zu wissen, dass ich in meiner neuen Tätigkeit nicht allein sein werde. Ich habe Menschen, denen ich mich anvertrauen kann, wenn ich Unterstützung brauche. Und somit schließt sich der Kreis.
Rike Eichhorst
Rike Eichhorst
Ehrenamtliche Mitarbeiterin, Teilnehmerin am Kurs „Sterbebegleitung“
© Sabine Immken

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Vielen Dank!

Lazarus Hospiz Forum Abend September

Notieren Sie sich schon jetzt den 13. September 2021 als Termin für den nächsten Forum Abend. Christina Bethke-Meltendorf, LL.M. / Syndikus Rechtsanwältin des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands spricht über „Das aktuelle Ringen um eine Neuregelung der Sterbehilfe“.
Gerne dürfen Sie diesen Newsletter auch an andere Interessierte weiterleiten oder Freundinnen und Freunde ermutigen, sich für den Lazarus Hospiz Newsletter anzumelden, damit die Idee der Hospizarbeit noch weiter in die Welt getragen werden kann.
Wenn Sie keine weiteren Informationen von uns möchten, benutzen Sie bitte den Link weiter unten für die Abmeldung.

Mit herzlichen Grüßen aus dem Lazarus Hospiz

Anette Adam

Leitung Stationäres Lazarus Hospiz

Elizabeth Schmidt-Pabst

Leitung Ambulanter Lazarus Hospizdienst

Bernauer Str. 117
13355 Berlin
Tel: 030 / 46 705 276
Fax: 030 / 46 705 277
E-Mail: lazarushospiz-ambulant@lobetal.de
Web: https://www.lazarushospiz.de

Redaktion: Paul Pomrehn, Anette Adam, Elizabeth Schmidt-Pabst.
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