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Ausgabe 76/ Dezember 2025
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„Die menschliche Seele will nicht beraten, repariert oder gerettet werden. Sie will einfach nur bezeugt werden. Gesehen, gehört und begleitet. Genau so, wie sie ist.
(Parker Palmer, amerikanischer Autor, Pädagoge und Aktivist für die Themen Bildung, Gemeinschaft, Führung, Spiritualität und sozialer Wandel)

Wir grüßen Sie herzlich

mit einem Zitat des amerikanischen Autors Parker Palmer, welches beschreibt, was wir hier im Hospiz so oft erleben. Es ist wichtig dass jemand da ist, mitgefühlt und akzeptiert.
Lesen Sie in diesem Newsletter einen Rückblick von einem mexikanischen Totenritual und eine Buchempfehlung unserer ehrenamtlichen Mitarbeiterin Doris Karle.
Wie immer erhalten Sie auch die Einladung zu unserem Forumabend im Dezember und den Ausblick in den Januar.

Día de los Muertos in Lazarus


Am 16. November fand im Festsaal des Lazarus Hauses ein Workshop in englischer Sprache unter dem Titel „Rituals to Transform Grief“, zu Deutsch „Rituale zur Trauerbewältigung“, statt.
Geleitet wurde er von der mexikanischen Künstlerin Valeria Oviedo.
Der Workshop öffnete einen gemeinsamen Raum, um persönliche Trauer im kollektiven Feld zu begegnen. Mexikanische Rituale rund um den Tod verbanden sich mit buddhistischen Lehren über Vergänglichkeit, Präsenz und die Zyklen des Lebens. Durch meditative Körper-Geist-Praktiken, transformative Rituale, geteilte Übungen und bewusste Bewegung – gehalten in einer sanften, respektvollen Atmosphäre – wurden wir eingeladen, unsere Verluste im Körper zu spüren und zu erkennen, wie Trauer erträglicher wird, wenn wir ihr gemeinsam und bewusst begegnen. Insgesamt war es ein wunderschönes kollektives Erleben.
© Elizabeth Schmidt Pabst
Der bunte Altar mit den Bildern der Verstorbenen, Blumen, Kerzen und anderen Erinnerungsgegenständen.
Stefanie Guadiana
Workshop Teilnehmerin und Ehrenamtliche
Ambulanter Lazarus Hospizdienst

Buchrezension zu
Ich wohne bald im Zeitlosraum- Mutgeschichten vom Sterben und vom Leben

Als Lehrerin und im Kinderhospiz hat Sabine Rachl viele Kinder und ihre Familien begleitet. Sie erzählt in diesem Buch die Geschichten von sterbenden Kindern, ihren Geschwistern, Eltern und Großeltern. Alexandra, Luciàn, Kim, Hauke, Elvi, Erich und viele andere sprechen von ihrem eigenen lebendig sein, das sich durch die Erfahrung des Todes verändert hat. Es sind Geschichten von Lachen und Weinen, von Schmerz und von Freude und von der Verbundenheit, die immer bleibt. Es sind tief berührende Geschichten, die Mut machen und Trost spenden, weil sie zeigen, dass das Sterben zum Leben gehört.
Besonders beeindruckend und berührend sind auch die gesammelten Zitate von sterbenden Kindern über ihre Vorstellungen von einem Leben danach. Sie stehen für sich zwischen den Geschichten, hier zwei Beispiele:
„Ich bin ja nicht weg, Mama. Ich wohn bloß bald im Zeitlosraum. Da kannst du mich besuchen, immer, wenn du willst, und ich dich auch. Und wenn wir uns treffen, reden wir nicht mehr, wir haben ja keinen Mund mehr. Wir wissen einfach so, was wir uns sagen wollen.“ Micha, 7 Jahre.
„Es ist ein bisschen wie Verzaubertwerden. Ich verwandle mich dann. Wie die Raupe in einen Schmetterling. Die denkt ja auch, sie muss sterben und dann wird sie plötzlich ganz neu. So verwandle ich mich.“ Mädchen, 6 Jahre.
Eine absolute Leseempfehlung für alle, die - ob hauptamtlich, ehrenamtlich oder privat – Sterbende und Trauernde begleiten.

Erschienen am 28.08.2017 beim Patmos Verlag
ISBN: 978-3-8436-0966-1
Preis: 22,00€
Doris Karle
Ehrenamtliche Mitarbeiterin im
Ambulanter Lazarus Hospizdienst

EINLADUNG

zum LAZARUS HOSPIZ – FORUM

Montag, den 08. Dezember 2025 um 18 Uhr im Festsaal

Film: Nokan

Dazu Punsch & Gebäck


Bitte beachten Sie, dass sich das Ende des Forumabends, auf Grund der Länge des Films, um 40 Minuten, auf circa 20:10 Uhr verlängert
Pechvogel Daigo hat seine Stelle als Cellist verloren und kehrt mit seiner Frau zurück in die Heimat im pittoresken Norden Japans. Auf der Suche nach einem neuen Job entdeckt er die Anzeige eines auf "Reisen" spezialisierten Unternehmens. Der exzentrische Chef Sasaki engagiert ihn auf der Stelle. Daigo kann sein Glück kaum fassen, da eröffnet ihm Sasaki die wahre Natur seines Geschäfts: Er soll die Leichen Verstorbener nach altem Ritual für die "Letzte Reise", sprich die Bestattung vorbereiten ... Von wegen Reisebüro! Daigo ist entsetzt. Aber ein Batzen Geld und ein grotesker Selbstversuch führen zu der Entdeckung, welche ungeahnte Würde das Nokan-Zeremoniell dem Abschied verleiht: das Kleiden, Reinigen und Schminken vor den Augen der trostsuchenden Angehörigen, mit dem die Aufgebahrten auf die letzte Reise geschickt werden. Seine Frau Mika hingegen ist alles andere als entzückt, als sie die Wahrheit über seine neue Berufung erfährt - und stellt ihn vor eine schwierige Wahl...
Lazarus Hospiz - Forumabend im Januar

Der nächste Forumabend findet am 12. Januar statt. Die Bestatterin Lynna Schaeffer berichtet über das Thema Fotografie in der Trauerarbeit mit einem besonderen Schwerpinkt auf Sternenkinder.
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Mit herzlichen Grüßen aus dem Lazarus Hospiz

Anette Adam

Leitung Stationäres Lazarus Hospiz

Elizabeth Schmidt-Pabst

Leitung Ambulanter Lazarus Hospizdienst

Bernauer Str. 117
13355 Berlin
Tel: 030 / 46 705 276
Fax: 030 / 46 705 277
E-Mail: lazarushospiz-ambulant@lobetal.de
Web: https://www.lazarushospiz.de

Redaktion: Anette Adam, Elizabeth Schmidt-Pabst, Andrea Biank und Paul Pomrehn
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